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Sharing Solutions: Das Bonn Institute auf dem GMF 2024

Beim diesjährigen Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn standen nicht Probleme im Mittelpunkt – sondern konstruktive und innovative Ansätze, diese zu lösen. Mit drei Panels war auch das Bonn Institute vertreten. In der Opening Session betonte Ellen Heinrichs die Notwendigkeit, die Berichterstattung konstruktiver und menschenzentrierter zu gestalten.

Illustration "Team"

Am 17. und 18. Juni kamen Menschen aus aller Welt aus der Medienbranche, Politik, Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im World Conference Center zusammen, um über aktuelle gesellschaftspolitische Konflikte und Herausforderungen im Journalismus zu diskutieren.

Mit drei spannenden Panels war auch das Bonn Institute auf dem GMF vertreten. In der Opening Session diskutierte Ellen Heinrichs mit dem brasilianischen Wissenschaftler und YouTuber Atila Iamarino und dem Executive Director der Indian Express Group Anant Goenka im alten Plenarsaal über weltweite Best-Practice-Ansätze, mit Nachrichtenmüdigkeit, künstlicher Intelligenz und weiteren Herausforderungen umzugehen, denen der Journalismus derzeit ausgesetzt ist. 

Dabei ging es auch um die Ergebnisse des neu erschienenen Reuters Digital News Reports, die unter anderem den zunehmenden Trend der Nachrichtenvermeidung und die Rolle von Social Media Plattformen für die Informationsbeschaffung der Bevölkerung unterstreichen. Um diesen Krisen zu begegnen, betonte Ellen Heinrichs die Notwendigkeit, die Berichterstattung konstruktiver und (wieder) menschenzentrierter zu gestalten.

Constructive journalism is a future-oriented and human-centric form of journalism. It not only addresses problems but also explores solutions. This approach fosters constructive dialogue on the significant stories of our times, encouraging open public discussion. Additionally, it emphasizes the inclusion of diverse perspectives, incorporating as many voices and viewpoints as possible.

Ellen Heinrichs

Am zweiten GMF-Tag referierte Claudia Isabel Rittel, Referentin Forschung und Projekte beim Bonn Institute, zunächst über konstruktive Einsatzmöglichkeiten von KI im Redaktionsalltag – das Kernthema unserer bald erscheinenden Publikation „Konstruktiver KI-Kompass“. Dafür stellte sie das KI-Projekt vor und diskutierte im Anschluss mit Donata Dröge, Senior Research Manager bei RTL und Dr. Ranty Islam, Professor für Digitalen Journalismus an der Media University in Köln darüber, wie KI dafür eingesetzt werden kann, um die Berichterstattung konstruktiver zu gestalten. Dabei stellten sie beispielhaft Prompts vor, die dabei unterstützen können, Perspektiven zu erweitern und die eigene Argumentation kritisch zu hinterfragen. 

You still have to go out and talk to people, but AI can help you to figure out who to talk to.

Claudia Isabel Rittel

Donata Dröge betonte, inwieweit sie bei RTL News bereits durch KI-Anwendungen profitieren konnte – vor allem bei repetitiven Fleißarbeiten. Auch ging es um die Frage, welche Rolle der transparente Umgang mit KI-Anwendungen im Redaktionsalltag spielt – insbesondere vor dem Hintergrund des steigenden Misstrauens gegenüber KI-generierten Inhalten vonseiten des Publikums, wie die Ergebnisse des neuen Reuters Digital News Reports zeigen. Ranty Islam gab hier folgenden Impuls:

Be transparent about the use of AI not only in specific projects, but in the newsroom in general.

Prof. Dr. Ranty Islam

Im Anschluss weitete Ellen Heinrichs ihren Blick über Europa hinaus: Mit Brent Lindeque, Inhaber der Plattform South African Good News, Moky Makura, Executive Director von Africa No Filter und Seth Onyango, Chefkorrespondent der Bird Story Agency diskutierte sie über Wege und konkrete Handlungsmöglichkeiten, die Berichterstattung in Afrika konstruktiver und vielfältiger zu gestalten und somit auf die Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen.

Wir bedanken uns für zwei ereignisreiche, inspirierende Tage mit ganz viel konstruktivem Dialog! 

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