Praxis
Eine Stunde reden. Das Dialogspiel in Hessen
Das Dialogspiel "Eine Stunde reden" des Bonn Institute ist in Hessen auf großes Interesse gestoßen. Kurz vor den Kommunalwahlen setzte der Hessische Rundfunk das Format in Darmstadt, Kassel und Fulda um.
Rund 700 Menschen bewarben sich für etwa 300 Plätze. In moderierten Gesprächsrunden diskutierten die Teilnehmenden zentrale gesellschaftliche Themen wie Migration, Mobilität, Klimaschutz, Generationengerechtigkeit, Einsamkeit sowie Stadtentwicklung und Wohnraum.
"Das Dialogspiel hat gut funktioniert, die Menschen waren schnell, wertschätzend und offen in der Diskussion. Sie waren uns sehr dankbar, dass wir ihnen diese Möglichkeit des direkten Austauschs angeboten haben. Man kann es schwer beschreiben, aber durch das gute Miteinander war jedes Mal eine Art Zauber im Raum spürbar. Das war schon besonders," sagte Studioleiter des hr-Studios Kassel Andreas Gehrke.
Die Gespräche zeigten das Potenzial des Formats: Unterschiedliche Perspektiven kamen zusammen, wurden gehört und respektvoll diskutiert. Ziel des Dialogspiels ist es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und konstruktiven Austausch zu fördern.
Eine Stunde reden. Das Dialogspiel im Überblick
"Eine Stunde reden" funktioniert wie ein kooperatives Gesellschaftsspiel: Klare Regeln, Leitfragen und Spielmaterialien strukturieren das Gespräch.
Das Dialogspiel lässt sich flexibel einsetzen – ob im kleinen Kreis an einem Tisch mit wenigen Teilnehmenden oder in einem großen Saal mit Dutzenden Menschen an vielen Tischen. An jedem Tisch wird über ein bestimmtes Thema gesprochen. Die Spielleitung übernehmen Menschen, die das Wort fair verteilen und dafür sorgen, dass alle am Tisch gesehen und gehört werden.
Es geht bei "Eine Stunde reden" darum, andere Sichtweisen besser zu verstehen – nicht darum, vom eigenen Standpunkt zu überzeugen oder fertige Lösungen zu entwickeln.
Zur Spielanleitung